
Wenn man nicht ins Blaue hinaus irgendwelche Mikronährstoffe nehmen will und z.B. an seiner Schlafqualität und seinem Stressgleichgewicht schrauben möchte, kommt man um das sogenannte «Tracken» nicht ganz herum.
Aber auch hier stellt sich die Frage, wie weit man es mit der «Rundumselbstüberwachung» treiben möchte. Und ob man unbedingt sehr viel Geld dafür ausgeben möchte. Mit einer einfachen Sportuhr wie z.B. von Garmin kann man wichtige Gesundheitsdaten sammeln und die Uhr im Alltag und beim Sport nutzen. Die Daten zu Stress, Schlaf und vor allem auch Herzratenvariabilität geben Hinweise darauf, wie gut erholt man ist und ob man Anpassungen bei der Belastung machen sollte.
Dies ist wichtig für die richtige Balance aus Aktivität und Erholung. Wenn zum Beispiel der Ruhepuls plötzlich um einige Punkte steigt, ist dies oft ein Hinweis auf eine sich anbahnende Infektion, wie z.B. eine Grippe oder Erkältung. Das habe ich selbst schon erlebt – und leider nicht immer rechtzeitig Gegensteuer gegeben. Gleichzeitig sollte man sich aber nicht zur Sklavin von Werten machen, besonders beim sogenannten Sleep Score. Das eigene Gefühl sollte einem im Zweifelsfall sagen, ob man sich morgens ausgeruht fühlt, nicht die Uhr.
Wer nicht gerne Tag und Nacht eine Uhr trägt und lieber eine elegantere Lösung möchte, kann auch einen smarten Ring benutzen, den man zum Messen am Finger trägt. Einige, wie der Oura-Ring, sind allerdings mit einem Abo verbunden.
HRV – Herzratenvariabilität gemessen mit Garmin 265
VO₂max – angezeigt bei Garmin 265
VO₂max ist die maximale Menge an Sauerstoff, die der Körper bei intensiver Belastung aufnehmen und verwerten kann.
Wenn man es ganz genau wissen möchte, muss man einen Spiroergometrie-Test machen. Für den Alltagsgebrauch reicht es jedoch, die mit einem Wearable gemessenen Werte über einen längeren Zeitraum zu beobachten.
Sinnvoll ist es, bevor man unkontrolliert irgendwelche Supplements nimmt, zunächst den Ist-Zustand z.B. für wichtige Vitamine und Mineralstoffe testen zu lassen. Für im Internet erhältliche Selbsttests in Sachen Mikronährstoffe, Fettsäurenprofil und Mikrobiom kann man schnell sehr viel Geld ausgeben. Und die Aussagekraft mancher Tests ist umstritten. Deshalb würde ich immer zuerst über die Hausärztin oder den Hausarzt den Spiegel wichtiger Vitamine und Mineralstoffe bestimmen lassen. Man muss das Thema einfach selber aktiv ansprechen.
Je nachdem, inwieweit man «tracking-affin» ist, eignen sich Apps wie Yazio zum Monitoring der
Ernährung. Man sieht nicht nur die Gesamtkalorien, sondern auch die Verteilung auf Nährstoffe. Dies ist nützlich, wenn man z.B. ein bestimmtes Ziel bei der Eiweissaufnahme im Blick haben möchte.
Wer sich für das Thema Zucker sensibilisieren möchte, kann für 14 Tage ein sogenanntes CGM (Continuous Glucose Monitoring) nutzen und einen entsprechenden Sensor tragen. So lässt sich erkennen, welche Lebensmittel den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen – was individuell sehr unterschiedlich sein kann.
