Das hat mich genervt damals. Ich habe den Gegenbeweis erbracht und gut 6 Kilo (dauerhaft) abgenommen. Doch obwohl ich selbst in meinem Leben unzählige Diäten gemacht habe – oder vielleicht genau deswegen – halte ich nichts davon, sich dauerhaft strengen Diäten zu unterwerfen. Was es braucht, ist ein individuell angepasstes Konzept, das man langfristig einhält und mit dem man sich gut fühlt. In der Anschubphase ist meist das Weglassen von Kohlenhydraten hilfreich, um den Stoffwechsel anzukurbeln und erste Erfolge zu sehen und zu fühlen.
Doch grundsätzlich geht es darum, mehr gesunde Lebensmittel in den Alltag zu integrieren, Ungesundes zu identifizieren und schrittweise zu reduzieren. Damit verändert sich langfristig auch der Geschmack. Wenn man anfängt, schrittweise Zucker zu reduzieren, findet man irgendwann konventionelle Süssigkeiten viel zu süss. Wenn man weiss, dass Alkohol ein Zellgift ist, das Zellfunktionen schädigt, Entzündungen fördert und das Risiko für zahlreiche Krankheiten erhöht, fällt es leichter, seinen Alkoholkonsum zu reduzieren oder vielleicht überwiegend darauf zu verzichten.
Es braucht keine Dogmen: ob die Ernährung mit Fleisch, vegetarisch oder vegan ist, hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab. Essen soll Spass machen und mit Genuss verbunden sein. Auf dieser Basis wird ein persönlicher Ernährungsplan erstellt, der deine Vorlieben berücksichtigt und gleichzeitig im Hinblick auf gesunde Langlebigkeit optimiert ist, z.B. durch ein ausgewogenes Verhältnis von Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Eiweiss, Fett) sowie natürliche «Gesundmacher» in Form von pflanzlichen Powerstoffen und Superfoods.
Grundsätzlich geht es um entzündungsarme Ernährung. Denn der Alterungsprozess wird getriggert durch niederschwellige Entzündungsprozesse. Deshalb spricht man auch von «Inflammaging». Je nachdem, was deine Ziele sind (z.B. in Hinblick auf Gewicht), wird der Plan angepasst.
Natürlich möchte ich dich auch motivieren, Neues auszuprobieren und mehr Pflanzenbasiertes in deine Ernährung zu integrieren, denn es gibt zahlreiche Studien, die auf die negativen Effekte von hohem Fleischkonsum hinsichtlich Langlebigkeit hinweisen, vor allem bei rotem und verarbeitetem Fleisch aus Massentierhaltung.
Mit «pflanzenbasiert» meine ich natürliche Lebensmittel, keine veganen Fertigprodukte wie Pseudowürste oder Pseudokäse, denn diese Ersatzprodukte enthalten meistens nichts wirklich Gesundes. Als hochverarbeitete Lebensmittel bestehen sie genauso aus viel Fett, Zucker, Salz und allerhand Zusatzstoffen. Ein Blick auf die Zutatenliste schafft Klarheit. Und man kann mit Gemüse und Protein aus Hülsenfrüchten, Tofu, Sonnenblumenhack oder allenfalls «Planted chicken nature» sehr leckere Gerichte zaubern und Sossen mit Mandelmus himmlisch cremig machen.
Kochen aus frischen Zutaten ist etwas Bereicherndes - und die beste Form der Selbstfürsorge. Ausserdem weiss man dann genau, was man isst und was man da auf dem Teller hat. Statt auf komplizierte Rezepte und Zubereitungen setze ich dabei auf Einfachheit. Vieles bastle ich spontan aus ein paar Zutaten und möglichst in einer Pfanne.
Wenn ich Gäste habe, macht es mir hingegen Spass, eine schöne Auswahl vorzubereiten. Da gehört dann eine üppige Tafel abgestimmt auf die Vorlieben der Gäste einfach dazu, z.B. mit einem knusprigen Apfel-Crumble aus Boskoop-Äpfeln mit Schlagsahne. Ich persönlich nehme statt Schlagrahm gerne Natur-Joghurt, dann habe ich gleich noch eine Portion Eiweiss integriert, die den Blutzuckeranstieg abfedern kann.
